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Collie Eye Anomaly (CEA):

Einleitung:

Bei der Collie Eye Anomaly (CEA) kommt es während der Entwicklung des Auges zu einer Störung der Ausbildung der hinteren Augenabschnitte. Betroffen sind Bereiche der Lederhaut, Aderhaut und der Netzhaut. Der Sehnervenkopf kann ebenfalls missgebildet sein. Diese Fehlentwicklung führt dann zu einer verminderten Ausbildung der Leder-und Aderhaut (choroidale Hypoplasie), sowie zu einer Gefässmissbildung. Diese Veränderungen können auch zu Defekten in der Netzhaut führen. Die Sehnervenkopfmissbildung (Kolobom) ist durch eine Spaltbildung charakterisiert und kommt seltener vor als die Hypoplasie der Leder-und Aderhaut.  Im Unterschied zu der choroidalen Hypoplasie, welche meist zu klinisch unauffälligen Hunden führt, kann ein Kolobom des Sehnerves zu einer Seheinschränkung oder Blindheit führen. Zusätzlich kann es auch zu intraokulären Blutungen oder Netzhautablösungen kommen, welche zu einer stark eingeschränkten Sehkraft oder Erblindung  führen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  CEA: choroidale Hypoplasie (Pfeile)                      CEA: Kolobom des Sehnervenkopfes (Pfeile)

Was ist eine CEA?

Die CEA kommt in beiden Augen vor, weisst keine Geschlechtsspezifität auf und ist auch nicht abhängig von der Fellfarbe der Hunde. Folgende Hunderassen können betroffen sein: Collies, Shetland Shepdogs, Australian Shepherd, Border Collie, Lancashire Heeler, sowie seltener beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever.  Vor allem der Rauhaarcollie ist mit 36.9 % in der Schweiz relativ stark betroffen.

Wie erkenne ich eine CEA?

Die betroffenen Hunde sind meistens nicht seheingeschränkt. Nur bei sehr ausgeprägten Formen kann die Sehkraft der Hunde beeinträchtigt sein. Die Tiere müssen vor der 8. Lebenswoche mit einer Untersuchung der hinteren Augenabschnitte auf CEA und Spaltbildung des Sehnervs getestet werden. Später im Laufe des Lebens wird vermehrt Pigment in die Aderhaut und Netzhaut eingelagert und die Veränderungen können nicht mehr erkannt werden. Dieses Phänomen nennt man dann „go normals“ Hunde.

Vererbung der CEA

Die CEA wird autosomal rezessiv vererbt. Dass bedeutet es gibt drei Gruppen von Hunden:
       1. CEA freie, gesunde Hunde (genetisch frei) und es ist kein CEA Gen vorhanden (homozygot normal).
       2. Hunde die Träger eines CEA Gens sind (heterozygot).
       3. befallene oder kranke Hunde. Bei diesen Hunden sind 2 CEA Gene vorhanden (homozygot betroffen).

Folgen:

Die Veränderungen im Zusammenhang mit der CEA können sich im Laufe des Lebens der Hunde verändern. Kommt es zu intraokulären Blutungen oder Netzhautablösungen, dann kann dies zur Erblindung führen. Oft wird das Sehvermögen aber nicht beeinträchtigt.

Therapieformen:

Die genetisch bedingte Entwicklungsstörung kann nicht therapiert werden.

Prognose und Zuchtempfehlungen:

Oft sind die mit CEA betroffenen Tiere nicht beeinträchtigt, sie können aber Nachkommen produzieren, die schlimmere Formen von CEA haben. Es sollte daher strikt darauf geachtet werden, dass ein Elternteil bei der Zucht homozygot normal ist. Es gibt unterdessen einen Gentest für CEA, um normale (freie) Tiere von heterozygoten Mutationsträgern (klinisch unauffällig) zu unterscheiden.